Stadtgeschichte

Großer Hafen

Der Große Hafen wird im Norden vom heutigen Bontekai und im Süden vom heutigen Fliegerdeich begrenzt. (Stadtarchiv Wilhelmshaven)

Kaiser-Wilhelm-Brücke

Im Zuge des dritten Hafenbauabschnitts wird auch die Kaiser-Wilhelm-Brücke erbaut, die das Stadtgebiet mit dem Südufer und der Schleuseninsel verbindet. Am heutigen Bontekai sind Holzbrücken erkennbar, die zum Festmachen der Schiffe dienten. (Stadtarchiv Wilhelmshaven)

1903 – Stadtteil Siebethsburg entsteht

Im Jahr 1903 beginnt in direkter Nähe zu den mittelalterlichen Burgüberresten der „Siebetsburg“ der Bau eines gleichnamigen Stadtquartiers für Werftarbeiter. Insgesamt werden im Rahmen des Genossenschaftsprojektes des im gleichen Jahr gegründeten Bauvereins Rüstringen 830 Wohnungen erbaut. Die Entwürfe liefern die Architekten Paul Hakenholz und Paul Brandes aus Hannover. Charakteristisch für das heute teilweise erhaltene Häuserensemble sind die offene Bebauung und die Anlage von Nutz- und Vorgärten.

Siebethsburg

Die Wohnkolonie Siebethsburg entsteht zwischen 1903 und 1928. Wohngebäude, wie hier abgebildet, prägen noch heute den Stadtteil. (Stadtarchiv Wilhelmshaven)

Wohnkolonie Siebethsburg

Die damals moderne Wohnkolonie Siebethsburg zeichnet sich durch die Anlage von Nutzgärten aus. (Stadtarchiv Wilhelmshaven)

1907 – Einweihung Kaiser-Wilhelm-Brücke

Am 29. August 1907 wird die Kaiser-Wilhelm-Brücke ohne größere Feierlichkeiten in Betrieb genommen. Die von der Firma MAN erbaute Brücke gilt zu diesem Zeitpunkt mit 159 Metern Spannweite als größte Drehbrücke Deutschlands. Seit 1975 steht die Kaiser-Wilhelm-Brücke als technisches Bauwerk unter Denkmalschutz. Von 2010 bis 2013 erfolgt eine umfassende Sanierung der bis heute betriebenen Brücke, die das Wahrzeichen der Stadt Wilhelmshaven ist.

Kaiser-Wilhelm-Brücke

Die Kaiser-Wilhelm-Brücke zählt heute zu den beliebtesten Fotomotiven in Wilhelmshaven. Diese Aufnahme zeigt die Brücke in einem frühen Stadium. Unterhalb der Brücke sind Arbeiten am noch unbefestigten Ufer zu erkennen. Auch das Leitwerk, das die Brücke vor Kontakt mit durchfahrenden Schiffen schützt, ist noch nicht vorhanden. (Stadtarchiv Wilhelmshaven)

Kaiser-Wilhelm-Brücke

Diese Aufnahme der Kaiser-Wilhelm-Brücke wird vom heutigen Südstrand aus aufgenommen. Im Hintergrund ist der Schornstein der Südzentrale erkennbar. (Stadtarchiv Wilhelmshaven)

Kaiser-Wilhelm-Brücke

Bildquellen: WZ Bilddienst, Marcus Jurk

Kaiser-Wilhelm-Brücke

Bildquellen: WZ Bilddienst, Marcus Jurk

1911 – Gründung der Stadt Rüstringen

Mit Wirkung zum 1. Mai 1911 werden die Gemeinden Bant, Heppens und Neuende vom oldenburgischen Landtag zur Stadt Rüstringen zusammengeschlossen. Die neue Stadt grenzt direkt an Wilhelmshaven und bietet Wohnraum für die vielen Werftarbeiter, die im Zuge der Vergrößerung der Kaiserlichen Marine benötigt werden. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhindert den Bau eines neuen Rathauses und eines Bahnhofs in Rüstringen. 1914 beginnt jedoch die Anlage des Rüstringer Stadtparks nach Plänen des Hamburger Landschaftsarchitekten Leberecht Migge, die 1924 abgeschlossen wird. Der weitreichende Stadtpark ist heute beliebtes Naherholungsgebiet im Herzen der Stadt Wilhelmshaven.

Parkanlage

Neben dem hier abgebildeten Rosenhügel bietet der nach amerikanischem Vorbild angelegte Park bei seiner Fertigstellung 1924 vielfältige Erholungsmöglichkeiten zu denen unter anderem ein Wildgehege, eine Festwiese und Trimmpfade zählen. (Stadtarchiv Wilhelmshaven)

Rüstringer Stadtpark

Das Bootshaus im großzügig angelegten Rüstringer Stadtpark erfreut sich bei Rüstringern und Wilhelmshavenern großer Beliebtheit. Das Bootshaus am angelegten Kanal wird ein zentraler Anlaufpunkt. (Stadtarchiv Wilhelmshaven)

1913 – Eröffnung der elektrischen Straßenbahn

Am 17. März 1913 wird eine elektrische Straßenbahn als Gemeinschaftsprojekt der Städte Wilhelmshaven und Rüstringen eröffnet. Bereits 1914 ist eine Gesamtstrecke von 8,3 Kilometern vorhanden, welche die Rüstringer Vororte mit dem Zentrum Wilhelmshavens verbindet. Die Strecke wird später auf mehr als 11 Kilometer erweitert. Schon im ersten Geschäftsjahr weist die Betreibergesellschaft mehr als drei Millionen Fahrgäste aus. Nach schweren Beschädigungen durch Bombenangriffe wird der Straßenbahnbetrieb am 30. März 1945 eingestellt und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht wieder aufgenommen.

Elektrische Straßenbahn

Eine elektrische Straßenbahn biegt im Jahr 1915 in die Königsstraße (heute Ebertstraße) ein. Rechts im Bild sind das bis heute erhaltene ehemalige Gymnasium und die heutige Christus- und Garnisonkirche erkennbar. (Deutsches Marinemuseum)

1914 – Der Erste Weltkrieg in Wilhelmshaven

Im Sommer 1914 beginnt der Erste Weltkrieg. Durch eine Kaiserliche Verordnung wird für den Festungsbereich Wilhelmshaven am 31. Juli 1914 der Kriegszustand erklärt. Die Verfügungsgewalt in allen behördlichen und militärischen Angelegenheiten geht damit auf den Chef der Marinestation der Nordsee über. Die Schiffe der Kaiserlichen Marine laufen von Wilhelmshaven zu Operationen in der Nordsee aus. Die hochgerüstete Hochseeflotte kann die Vorkriegserwartungen jedoch nicht erfüllen.

Festungsbereich

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wird Wilhelmshaven zum Festungsbereich erklärt. Der Chef der Marinestation der Nordsee, Vizeadmiral Günther von Krosigk, wird dadurch zugleich auch Gouverneur Wilhelmshavens. (Deutsches Marinemuseum)

Stationsgebäude

Das 1873 erbaute Stationsgebäude ist der Sitz des Chefs der Marinestation der Nordsee und Gouverneurs. Es liegt am Nordende des Adalbertplatzes und wird wegen seiner Architektur auch als „weißes Schloss“ bezeichnet. (Deutsches Marinemuseum)

1916 – Seeschlacht vor dem Skagerrak

Am 31. Mai 1916 läuft die Hochseeflotte der Kaiserlichen Marine aus Wilhelmshaven aus, um britische Handelsschiffe im Skagerrak zu versenken. Vor der Küste Dänemarks kommt es zur größten Seeschlacht des Ersten Weltkrieges, als die deutschen Schiffe auf Einheiten der britischen Grand Fleet treffen. Bis zum 1. Juni bekämpfen sich 251 deutsche und britische Schiffe und Boote mit rund 95.000 Seeleuten an Bord. Insgesamt werden 14 britische und 11 deutsche Schiffe und Boote versenkt. Mehr als 8.500 britische und deutsche Seeleute verlieren ihr Leben. Die Hochseeflotte kehrt mit vielen beschädigten Schiffen zur Reparatur nach Wilhelmshaven zurück. Die deutschen Toten werden auf dem Wilhelmshavener Ehrenfriedhof bestattet.

Großkampfschiff SMS Seydlitz

Schwer beschädigt kehrt das Großkampfschiff SMS Seydlitz aus der Seeschlacht vor dem Skagerrak nach Wilhelmshaven zurück. (Deutsches Marinemuseum)